KI-Transformation: Wer die richtigen Fragen stellt, gewinnt
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KI-Transformation6 Min.

KI-Transformation: Wer die richtigen Fragen stellt, gewinnt

Mein Konkurrent liefert ein Angebot in 24 Stunden. Wir brauchen 2–3 Wochen.

Solche Sätze höre ich regelmässig. Und dahinter steckt fast immer dasselbe Muster.

Wenn Unternehmensverantwortliche über KI sprechen, kommen zwei Fragen als Erstes:

«Funktioniert das überhaupt?»

«Was ist, wenn wir zu viel versprechen und scheitern?»

Ich habe diese Fragen hundert Mal gehört. Aber sie führen nirgendwohin. Denn hinter ihnen steckt etwas Ehrlicheres: die stille Hoffnung, dass sich wirklich nichts ändern muss – und gleichzeitig die Angst, dass es sich ändert und man keinen Plan hat.

Die Lösung liegt nicht in besseren Antworten. Sie liegt in besseren Fragen.

Die Umformulierung macht den Unterschied

Hier ist, was ich in der Praxis erlebe:

  • «Funktioniert das überhaupt?» → Besser: «Wie machen wir es zum Laufen?»
  • «Meine Mitarbeitenden sagen, es funktioniert nicht.» → Besser: «Wie können wir gemeinsam mit ihnen eine Lösung entwickeln?»
  • «Was mache ich mit meinem Budget?» → Besser: «Welche meiner manuellen Prozesse kosten mich mehr, als eine Automatisierung je kosten würde?»
  • «KI ist unsicher.» → Besser: «Welche Massnahmen brauchen wir, um es sicher zu machen?»
  • «Was, wenn die Qualität schlecht ist?» → Besser: «Wie definieren wir Qualität so, dass wir sie messen können?»
  • Das ist keine Wortklauberei. Es ist der Unterschied zwischen Stillstand und einem ersten Proof of Concept.

    Die Zahlen sprechen für sich

    Laut Eurostat nutzen heute erst 17% der kleinen EU-Unternehmen KI-Technologien – gegenüber 55% der Grossunternehmen (Eurostat, 2025). Der Abstand wächst.

    Und laut BCG erzielen KI-Vorreiter bereits 1,7x höheres Umsatzwachstum und 3,6x stärkere Aktionärsrenditen gegenüber Nachzüglern (BCG, 2025).

    Das Risiko, nichts zu tun, ist heute höher als das Risiko eines gut geplanten Pilotprojekts.

    Eine Faustregel für den Einstieg

    Investieren Sie 10% der Kosten Ihrer nicht-automatisierten Prozesse in Automatisierung – mit dem klaren Ziel, innerhalb von 6–9 Monaten einen messbaren ROI zu erzielen. Das ist konservativ. Das ist machbar. Und es gibt Ihnen die Daten, um intern zu entscheiden, wie weit Sie gehen wollen.

    KI ersetzt selten Menschen – sie verändert, womit Menschen ihre Zeit verbringen

    Laut EY sehen 96% der Unternehmen, die in KI investieren, Produktivitätsgewinne – aber nur 17% bauen dabei Stellen ab (EY, 2025). Die grosse Mehrheit investiert die gewonnene Kapazität in neue Fähigkeiten.

    Die entscheidende Frage ist also nicht: «Was passiert mit meinen Leuten?»

    Sondern: «Wofür nutzen meine Leute die Zeit, die KI ihnen freischaufelt?»

    Der Wettbewerb wartet nicht

    Viele europäische Unternehmen verlangsamen ihre Investitionen in Automatisierung – gerade dann, wenn die Lücke zu den Vorreitern am stärksten wächst. Spätestens in 24 Monaten wird der Wettbewerb spürbar sein. Nicht weil die Technologie magisch ist, sondern weil ein Konkurrent mit 2 Vollzeitstellen dasselbe liefert wie ein Team mit 6.

    Der richtige Startpunkt

    Wenn ich mit KMU-Entscheiderinnen und -Entscheidern arbeite, fange ich immer mit derselben Frage an:

    Welche Ihrer häufig wiederholten Aufgaben kostet am meisten Zeit – und am wenigsten Kreativität?

    Das ist der Startpunkt. Nicht die Technologie. Die Frage.

    Infografik: KI-Transformation: Wer die richtigen Fragen stellt, gewinnt